London Diary: Mein Alltag, die Reha und das Comeback.

Zeit für ein Statusupdate aus London.

Diesen Blogbeitrag möchte ich dazu nutzen, um einen kleinen Rückblick zu machen und mein erstes halbes Jahr hier in London und bei Arsenal Revue passieren zu lassen.

Sportlich gesehen ist mein neues Jahr zwar mit sehr positiven Neuigkeiten gestartet, allerdings bin ich noch immer nicht im Mannschaftstraining und aktiven Einsatz für mein Team. Nachdem die ersten beiden Monate nach der Verletzung sehr holprig und mit ständigen Auf und Abs verlaufen sind, habe ich in den letzten Wochen und Monate sehr gute Fortschritte erzielen können. Mein Londoner Reha-Alltag besteht aus ein bis zwei Einheiten täglich mit ein bis zwei freien Tagen pro Woche. Zwischen den Doppeleinheiten gibt es gemeinsam mit meinen Teamkolleginnen und dem Betreuer- und Trainerteam Lunch. Das ist immer eine gute Möglichkeit sich mit allen aus der Mannschaft zu unterhalten, auszutauschen und einfach Zeit zu verbringen. Zusätzlich lege ich großen Wert darauf, dass ich so gut wie jeden Tag Physio- und Behandlungseinheit bekomme. Mein Knie ist mittlerweile absolut stabil und die neuesten Ergebnisse eines MRTs haben tolle und vielversprechende Heilungsverläufe im Knie gezeigt. Aber die Devise lautet nach wie vor: Schritt für Schritt und nach dem Motto „slow and steady wins the race“. Aktuell befinde ich mich im Lauftraining und jegliche aufbauenden Sprungformen stehen am Programm. Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings nicht für mein Comeback. Ich weiß nicht wann mein Knie dazu bereit sein wird. Aber eines weiß ich: ich brenne drauf!

Privat habe ich in diesen Monaten sehr viel Besuch von Freunden und Familie gehabt. Dafür bin ich sehr dankbar, weil es eine tolle Ablenkung zur täglichen Konfrontation mit der Verletzung war und mir gleichzeitig einmal mehr gezeigt hat, dass Distanz nichts über das Bestehen und die Qualität einer Freundschaft aussagt.

Gleichzeitig habe ich diese Monate genutzt, um London besser kennenzulernen und in das Lebensgefühl dieser Weltstadt einzutauchen. Auch noch sechs Monaten fühlt es sich manchmal noch komisch und fast schon überwältigend an, diese Stadt als mein Zuhause zu bezeichnen. Ein gutes Gefühl allerdings. Ich fühle mich angekommen in meiner neuen Heimat. Die vielen Möglichkeiten, das Kontrastreiche und gleichzeitig der offene Umgang kommen mir entgegen und taugen mir. Ich versuche immer wieder neue Stadtteile zu erkundschaften, leihe mir dann ein Fahrrad aus oder schlendere zu Fuß durch die „streets“ und schönen kleinen „mews“ von London.

Das Schöne ist darüber hinaus, dass trotz der immensen Dynamik, Masse und Vielfalt immer ein Stück Heimat bei mir ist. Da mein Cousin Sebastian Prödl beim Watford F.C. spielt und daher eine Straße weiter trainiert und zudem nicht allzu weit von mir weg wohnt, sehen wir uns regelmäßig. Und mittlerweile macht das alles noch mehr Freude, da es bei ihm bereits Nachwuchs gibt. Die Kleine sorgt somit immer für Unterhaltung. Meistens treffen wir uns irgendwo in London in einem Cafe – Basti, seine Freundin Nina und ich lieben es neue Cafes und Restaurants auszutesten – mal abgesehen davon, dass wir sehr gerne Kaffee trinken. Eine Sache mehr, die uns verbindet.

Apropos Heimat und Basti: Dazu fällt mir noch eine lustige Geschichte ein. Als Basti und ich im November bei den ATP Finals in der O2-Arena waren und das Duell Thiem vs. Federer sahen, entschieden wir uns danach spontan noch auf einen Sprung in ein Pub zu gehen. Und wie der Zufall oft so spielt, wurden wir genau dort angesprochen. Und ratet mal von wem: von einer Freundesgruppe aus Kirchberg an der Raab, unserem Heimatort. Manchmal ist die Welt doch kleiner als man meinen möchte.

9 Antworten

  1. Wie immer sehr schön von dir zu lesen. Freut mich, daß du dich gut eingelebt hast und es mit deinem Knie voran geht. Weiterhin gute Reha und auf ein hoffentlich baldiges Comeback! Ich will dich doch bald mal live für Arsenal spielen sehen.

  2. Schöner Blogeintrag! Das freut mich als Fan von Arsenal London zu lesen, dass du dich in deinem neuen Zuhause wohlfühlst!
    Viel Erfolg und Gesundheit für die Zukunft!

  3. I agree, Your recovery is the most important thing right now but your defensive stability would of aloud Arsenal to keep more clean sheets in my opinion.

    Get well soon and stay positive!

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